Wichtige Erkenntnisse
1. Verstehen Sie das fehlerhafte Finanzsystem
Geld entsteht in unserem System, indem jemand einen Kredit aufnimmt.
Das Geldsystem verstehen. Unser Finanzsystem ist fundamental auf Schulden aufgebaut, wobei jeder Euro als Kredit in den Büchern der Finanzwelt existiert. Dies führt zu einer systemischen Ungleichheit, bei der sich Vermögen über Jahrzehnte bei immer weniger Menschen konzentriert. Die reichsten 10 Prozent besitzen über 60 Prozent des Geldvermögens, während die breite Masse die Zinsen für die Staatsschulden erarbeitet.
Wiederkehrende Krisen. Dieses System ist anfällig für regelmäßige Zusammenbrüche, die alle paar Jahrzehnte zu einer Umverteilung von Vermögen führen. Historisch gesehen war Deutschland in den letzten 300 Jahren sechsmal pleite, im Schnitt alle 50 Jahre. Diese Phasen sind keine Katastrophen, sondern Zeiten großer Veränderungen und Chancen für diejenigen, die vorbereitet sind.
Die Macht der Information. Henry Ford bemerkte, dass eine Revolution ausbrechen würde, wenn die Menschen das Geldsystem verstünden. Das Ziel ist nicht, zur Revolution aufzurufen, sondern den Leser zu befähigen, die Funktionsweisen des Systems zu durchschauen und für sich zu nutzen, um finanziell frei und sorgenfrei zu leben.
2. Priorisieren Sie die Beherrschung Ihrer Alltagsfinanzen
Neun von zehn haben keinen Überblick über ihre Ausgaben.
Finanzielle Kontrolle erlangen. Viele Menschen handeln paradox, wenn es um Geld geht, und lassen sich von Konsumwünschen leiten, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Dieses "Finanzvirus" führt zu widersprüchlichen Entscheidungen, wie Leasingverträge für Autos, die man nicht braucht, oder undurchsichtige Versicherungen.
Das Haushaltsbuch als Basis. Die Grundlage jeder Finanzplanung ist ein Haushaltsbuch, das Einnahmen und Ausgaben transparent macht. Schon kleine, unbemerkte Ausgaben wie der tägliche Latte Macchiato können sich über Jahre zu beträchtlichen Summen summieren, die für luxuriöse Reisen oder andere Anschaffungen gereicht hätten.
Einsparpotenziale erkennen. Das Haushaltsbuch hilft, "Geldfresser" zu identifizieren und bewusste Entscheidungen über Ausgaben zu treffen. Dies hat nichts mit Geiz zu tun, sondern mit vernünftigem Wirtschaften. Ein halber Tag Planung kann Hunderte bis Tausende Euro an eingesparten Kosten bringen, steuerfrei und direkt verfügbar.
3. Schuldentilgung ist die beste risikofreie Rendite
Bevor Ihr Girokonto nicht mindestens auf null steht, brauchen Sie sich über Ansparpläne gar keine Gedanken zu machen … und wehe, Sie klappen an dieser Stelle das Buch zu!
Dispokredite vermeiden. Dispokredite sind extrem teuer und sollten nur zur kurzfristigen Überbrückung genutzt werden. Banken kassieren hier oft über 10% Zinsen, während Sparer kaum 1% für Guthaben erhalten. Wer sein überzogenes Girokonto ausgleicht, erzielt eine risikofreie Rendite von 12% nach Steuern – unschlagbar im Vergleich zu risikoreichen Anlagen.
Ratenkredite kritisch prüfen. Ratenkredite verteuern Anschaffungen erheblich (10-20% Zinskosten) und bergen das Risiko der Schuldenfalle. Nullzins-Finanzierungen sind oft Mogelpackungen, bei denen die Zinskosten im Kaufpreis versteckt sind. Die Laufzeit eines Kredits sollte immer kürzer sein als die Lebensdauer der damit finanzierten Investition.
Priorität der Schuldentilgung. Keine Geldanlage ist so sicher und rentabel wie die Rückzahlung eines Kredits. Selbst bei vorzeitiger Tilgung anfallende Vorfälligkeitsentschädigungen sind oft geringer als die Zinsersparnis. Nach der Tilgung eines Kredits sollte die frei gewordene Rate in einen Sparplan umgewandelt werden, um ein Kapitalpolster aufzubauen.
4. Bauen Sie eine solide Liquiditätsreserve auf
Gut, wenn Sie dann nicht mit Schmerzen im hohlen Zahn über Kreditzinsen feilschen müssen …
Der Notgroschen ist essenziell. Bevor man sich um Altersvorsorge oder komplexe Investments kümmert, ist eine ausreichende Geldreserve für ungeplante Ausgaben unerlässlich. Diese "eiserne Reserve" schützt vor teuren Krediten bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Autoreparaturen, Haushaltsgeräteausfällen oder Zahnarztkosten.
Höhe und Anlage der Reserve. Als Faustregel gilt, etwa drei Netto-Monatsgehälter als Notgroschen vorzuhalten, wobei die genaue Höhe von der individuellen Lebenslage abhängt (z.B. Familienstand, Wohneigentum). Dieses Geld sollte sicher, täglich verfügbar und zumindest moderat verzinst sein.
Tagesgeldkonto als ideale Lösung. Das Tagesgeldkonto ist der ideale Parkplatz für die eiserne Reserve und für Beträge, die mittelfristig für geplante Anschaffungen benötigt werden. Es bietet Flexibilität, Schutz vor Verlusten und bessere Zinsen als ein Sparbuch, das aufgrund geringer Zinsen und eingeschränkter Verfügbarkeit als "miesestes Produkt" gilt.
5. Investieren Sie langfristig und diversifiziert in Sachwerte
Je höher die Gewinnchance eines Anlageproduktes, umso größer ist auch im ungünstigen Fall das Verlustrisiko.
Risiko und Rendite sind Zwillinge. Es gibt keine risikofreie hohe Rendite. Wer hohe Gewinne anstrebt, muss auch hohe Verluste in Kauf nehmen. Dies gilt insbesondere für Aktienmärkte, wo kurzfristige Schwankungen erheblich sein können. Langfristig (über 10-30 Jahre) gleichen sich diese Schwankungen jedoch oft aus, was Aktien für den Vermögensaufbau attraktiv macht.
Diversifikation ist entscheidend. "Niemals alle Eier in einen Korb legen" ist eine goldene Börsenweisheit. Eine breite Streuung des Kapitals über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen minimiert das Risiko. Ein gut gestreutes Depot sollte die Wirtschaftsräume Europa, Nordamerika und Ostasien abdecken und kann durch Schwellenländer ergänzt werden.
ETFs als kostengünstige Alternative. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind eine hervorragende Option für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie bilden Indizes wie den DAX oder MSCI World kostengünstig ab, da sie auf teures aktives Fondsmanagement verzichten. Achten Sie auf "voll replizierende" ETFs, um das Emittentenrisiko von Swap-basierten Produkten zu vermeiden.
6. Nutzen Sie staatliche Altersvorsorgeprogramme kritisch
Die Zulagen und Steuervergünstigungen bekommen Sie vom Fiskus nicht geschenkt, sondern nur bis zum Rentenbeginn geliehen.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) prüfen. Die bAV kann attraktiv sein, besonders wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss leistet. Der "Brutto-für-Netto"-Effekt spart Steuern und Sozialabgaben. Allerdings ist Vorsicht geboten bei der "Zillmerung", einer Methode, bei der hohe Provisionen in den ersten Jahren vom Guthaben abgezogen werden, was bei Jobwechseln zu erheblichen Verlusten führen kann.
Riester-Rente: Zulagen und Fallstricke. Die Riester-Rente bietet staatliche Zulagen und Steuervorteile, ist aber komplex und unflexibel. Eine "schädliche Verwendung" des Guthabens (z.B. vorzeitige Auszahlung) führt zur Rückzahlung aller Förderungen. Zudem sind die Kostenstrukturen oft undurchsichtig, und die Besteuerung im Rentenalter kann die Vorteile schmälern.
Rürup-Rente: Nischenprodukt für Selbstständige. Die Rürup-Rente ist eine unflexible Basisrente, die hauptsächlich für Selbstständige ohne Zugang zu Riester oder bAV interessant ist. Sie kann nur als lebenslange Leibrente ausgezahlt werden und ist im Rentenalter voll steuerpflichtig. Für die meisten Arbeitnehmer ist sie weniger attraktiv als andere Vorsorgeformen.
7. Gold und Silber als Absicherung gegen Systemrisiken
Gold ist das beste Ruhekissen für Wirtschaftskrisen und die ganz persönliche Lebenskrise.
Gold als Wertspeicher. Gold bringt zwar keine Zinsen und unterliegt Wertschwankungen, hat sich aber über Jahrtausende als dauerhafter Substanzwert bewährt. Es dient als Ersatzwährung in Krisenzeiten und als "Ruhekissen" gegen wirtschaftliche Turbulenzen oder persönliche Schicksalsschläge.
Physisches Gold bevorzugen. Beim Goldinvestment sollte physisches Gold in Form von Barren oder Münzen bevorzugt werden. Anlagezertifikate auf Gold bergen ein Emittentenrisiko, da sie rechtlich Schuldverschreibungen der Bank sind und bei deren Pleite wertlos werden können. Physisches Gold hingegen ist Sondervermögen und gehört Ihnen direkt.
Diversifikation mit Edelmetallen. Eine Investition von 10-15% des langfristigen Vermögens in Gold und Silber kann als Versicherung gegen das Durchbrennen der Sicherungen an den globalen Finanzmärkten dienen. Achten Sie beim Kauf auf weltweit akzeptierte Standardware wie Krügerrand oder Maple Leaf und meiden Sie Mini-Barren oder Medaillen mit hohen Aufschlägen.
8. Meiden Sie komplexe und intransparente Finanzprodukte
Wenn man bei einem Geschäft nicht weiß, wer der Dumme ist, wird man es meistens selber sein.
Zertifikate sind Wetten, keine Anlagen. Zertifikate sind Derivate, die rechtlich Schuldverschreibungen der emittierenden Bank sind. Sie wetten auf die Wertentwicklung eines Basiswerts (z.B. Aktie, Index), bergen aber zusätzlich das Emittentenrisiko. Bei einer Bankenpleite ist das investierte Geld verloren, selbst wenn der Basiswert stabil bleibt.
Versteckte Kosten und Risiken. Zertifikate sind oft so komplex gestrickt, dass hohe Gebühren und Provisionen leicht versteckt werden können. Discount-Zertifikate begrenzen beispielsweise Gewinne, während Verluste unbegrenzt sind. Garantie-Zertifikate bieten Kapitalschutz, aber oft nur zu Lasten der Gewinnbeteiligung und mit vielen Einschränkungen.
Futures und Genussscheine. Futures sind hochriskante Wetten auf zukünftige Preise, die zu unbegrenzten Verlusten führen können und für Privatanleger ungeeignet sind. Genussscheine sind eine Mischform aus Aktie und Anleihe, deren Verzinsung nicht garantiert ist und deren Inhaber im Insolvenzfall nachrangig behandelt werden.
9. Seien Sie ein informierter und kritischer Finanzkunde
Hören Sie auf, den Bankverkäufer in die Rolle des Finanzeunuchen zu drücken. Geben Sie ihm die Rolle, die er von (Bank)Haus aus hat. Die Rolle des Bankverkäufers.
Kostenlose Beratung gibt es nicht. Was Banken und Finanzvermittler als "kostenlose Beratung" bezeichnen, ist in Wahrheit ein Verkaufsgespräch. Ihr Ziel ist es, Produkte zu verkaufen, die hohe Provisionen für die Bank und den Verkäufer generieren, nicht unbedingt die besten für den Kunden.
Provisionen beeinflussen Empfehlungen. Die Provisionen für Finanzprodukte variieren stark: Bundeswertpapiere bringen 0 Euro, Investmentfonds 1.500-2.500 Euro Ausgabeaufschlag, und Beteiligungsmodelle sogar 5.000-8.000 Euro bei 50.000 Euro Einmalanlage. Diese Anreize führen dazu, dass Verkäufer oft Produkte empfehlen, die für sie am lukrativsten sind.
Eigene Recherche und Honorarberater. Wer sich nicht selbst intensiv mit Finanzthemen auseinandersetzen möchte, sollte einen unabhängigen Honorarberater beauftragen. Dieser wird pro Stunde bezahlt und hat kein Interesse am Verkauf bestimmter Produkte, wodurch eine objektivere Beratung gewährleistet ist.
10. Immobilien: Ein Luxusgut, keine garantierte Kapitalanlage
Sehen Sie ein Eigenheim niemals als Kapitalanlage oder gar Altersvorsorge. Sehen Sie es als ein Luxusgut – wie ein schönes Auto oder einen besonderen Urlaub.
Die Mär von der eingesparten Miete. Die Behauptung, Wohneigentum spare langfristig Geld gegenüber Miete, ist oft eine Marketinglüge. Versteckte Kosten wie Renovierungen, Instandhaltung und Wertverlust der Bausubstanz werden oft unterschätzt. Ein Haus ist ein "Fass ohne Boden", das ständig Geld verschlingt.
Risiken des Immobilienbesitzes. Immobilienpreise können fallen, und demografische Entwicklungen (sinkende Bevölkerungszahlen, Alterung) können den Wiederverkaufswert negativ beeinflussen. Historisch gesehen gab es in Deutschland nach Inflation und Währungsreformen Lastenausgleichsgesetze, die vermeintliche Immobiliengewinne wieder einkassierten.
Eigenheim als Lebensqualität. Ein Eigenheim ist ein wundervolles Stück Lebensqualität, das man sich gönnen darf, wenn die finanzielle Situation es zweifelsfrei zulässt. Es sollte jedoch nicht als Kapitalanlage oder Altersvorsorge missverstanden werden. Mieter bleiben flexibler und können ihr Kapital anderweitig aufbauen.
11. Spekulation mit Lebensmitteln ist ethisch verwerflich
Die Spekulation mit Lebensmitteln ist einer der größten Skandale an den Weltfinanzmärkten. Der Renditehunger der Anleger sorgt ganz direkt für den Hunger von Millionen Menschen.
Unethische Marktpraktiken. Die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Reis oder Mais treibt deren Preise künstlich in die Höhe. Milliardenbeträge fließen in Rohstofffonds und Terminmärkte, nicht weil die Spekulanten die Lebensmittel essen wollen, sondern um von Preissteigerungen zu profitieren.
Direkte Auswirkungen auf Hungernde. Dies führt dazu, dass Millionen Menschen in armen Ländern sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können, obwohl ausreichend vorhanden ist. Die Spekulanten verursachen diese Preisübertreibungen, indem sie bei Meldungen über Missernten massiv kaufen und so die Krise für ihren Profit ausnutzen.
Historische und moralische Verantwortung. Schon im 16. Jahrhundert gab es Verbote gegen die Spekulation mit Lebensmitteln. Es ist eine moralische Pflicht, sich aus solchen Geschäften herauszuhalten. Anleger sollten nicht nur die Rendite im Auge haben, sondern auch die ethische Verantwortung für ihre Investments.
12. Emotionale Disziplin ist entscheidend für den Anlageerfolg
Der Anteil Ihrer eher langweiligen Aktien mit langfristiger und nachhaltiger Ausrichtung und mit (hoffentlich) einer schönen Dividendenrendite sollte zehnmal so hoch sein wie der Anteil der kleinen Zockerbutzen.
Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen. Eine der wichtigsten Regeln an der Börse ist, Verluste rigoros zu begrenzen und Gewinne laufen zu lassen. Setzen Sie sich vor dem Kauf klare Ausstiegsmarken (Stop-Loss) und halten Sie diese konsequent ein. Lassen Sie sich nicht von der Hoffnung auf Erholung blenden, denn "Schluss ist erst bei null".
Die richtige Positionsgröße wählen. Investieren Sie nur so viel Geld, wie Sie entspannt verlieren können, ohne dass es Ihre Lebensplanung beeinträchtigt. Eine zu große Position führt zu emotionalen Fehlentscheidungen (Gier, Angst, Panik). Eine zu kleine Position wird oft nicht ernst genommen. Ziel ist es, konzentriert, aber emotionslos zu agieren.
Gesunder Menschenverstand statt Gurus. Es gibt keine magische Formel für unfehlbare Gewinne. Verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand und investieren Sie in Unternehmen, deren Produkte Sie verstehen und für gut erachten. Vermeiden Sie "heiße Tipps" und überstürzte Entscheidungen. Langfristige, dividendenstarke Anlagen sollten spekulative "Zockerbutzen" deutlich überwiegen.
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